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Die Betreiber des Deutschen Fernsehpreises (ARD, ZDF, RTL, Pro7, Sat.1) haben in einer Neuregelung der Auszeichnung die Kategorien für künstlerische Einzelleistungen abgeschafft. Es wird fortan beim Deutschen Fernsehpreis keinen Preis mehr für Drehbuch, Regie, Kamera oder Schnitt und Ähnliches geben.

Daneben soll es zukünftig nur noch Auszeichnungen für Sendungsarten geben: den besten Fernsehfilm, den besten Mehrteiler, die beste Serie, die beste Unterhaltungs- oder Dokumentationssendung. Auf die Auszeichnung der besten Wetterkarte, der besten Verkaufs - oder Koch-Show warten wir bereits gespannt. Entgegen nehmen wird sie dann wohl die Kochplatte selbst, oder der sie anschaltende Redakteur oder Programmdirektor des Senders.

Wer diese “besten” Fernsehwerke tatsächlich geschaffen hat, dass werden die deutschen Fernsehsender fortan geflissentlich unter den Tisch fallen lassen. Verständlich. Denn was da zum Teil kreativ "verbockt" wird, dafür möchte man ja nun wirklich nicht auch noch öffentlich angeprangert (bekannt gemacht / mit einem Preis versehen) werden. Es wird zukünftig so getan, als wenn sich eine Fernsehsendung selbst generiert. Nicht das einzelne, individuell gestaltete Werk steht im Mittelpunkt, sondern das was auf der Mattscheibe zu sehen ist, das in Fiction-, Doku-, Bildungs- und Unterhaltungsformate aufgeteilt wird. Es bleibt abzuwarten, ob die Jury dabei ehrlich genug ist, dann auch weniger Preise zu verteilen, wenn die schauspielerische Leistung fragwürdig ist und die Idee aber gut war, oder ob vielleicht sogar mehr Preise verteilt werden. Als Entschädigung quasi dafür, dass der Schauspieler es geschafft hat, trotz grauenhaftem Drehbuchs, halbwegs sein Gesicht zu bewahren.

“Kreative, gar geistesschöpferische Leistungen”, so BVR-Geschäftsführer Dr. Jürgen Kasten, “haben in dieser Vorstellung von Fernsehen weder Wert noch Stellenwert”. Klar, aber das ist doch nun wirklich nicht neu. Dazu braucht man doch nur zu mustern, wer heute überhaupt noch Fernsehen schaut. Die 2009 als "überzogen" abgetane Kritik von Marcel Reich-Ranicki am Zustand des deutschen Fernsehens wird mit dieser Neuausrichtung des Preisstatuts eindrucksvoll bestätigt. Und es ist traurig mit anzusehen, das Kritik, selbst aus eigenen Reihen und von namenhaften Leuten schlichtweg ignoriert wird. Während in den USA das Niveau von Fernsehen-Serien auf Kino-Level steigt, fällt unser Sende-"Koch" und unsere Ratespiel-Tante neben Skandalen von Wetterfröschen und verschwunden Fernsehredakteuren ("Wo ist Sven") niveauvoll ins Bodenlose und manch Einer wünschte sich, Sven wäre nie gefunden worden. (Nicht persönlich gemeint.)

Der BUNDESVERBAND DER FERNSEH- UND FILMREGISSEURE e.V., der Berufsverband von mehr als 600 Regisseuren, fordert die Stifter nachdrücklich auf, die nur als Karikatur begreifliche Neuausrichtung des Deutschen Fernsehpreises zu überdenken. Gleiches gilt für die Besetzung der Jury, zu der überwiegend Präsentatoren zählen, denen erzählerische, inszenatorische oder gar geistesschöpferische Werkgestaltung und Verantwortung weitgehend fremd ist.

Lieber BUNDESVERBAND DER FERNSEH- UND FILMREGISSEURE e.V, müssten wir da nicht erst einmal bei den Regisseuren und Sendern anfangen? Oder bei einer guten Story. Ich meine, sie liegen förmlich auf der Strasse. Da fragt man sich, was da zum Teil auf dem Reißbrett entwickelt wird. Ist das das Konzept von "Dem Publikum näher kommen"? Dem "Wir fragen euch was ihr sehen wollt" Umfrage-Programm? Aber mal ehrlich: Was ist aus dem Lehrauftrag geworden? Der Medialen Verantwortung? Ich frage doch auch nicht den Besoffenen auf der Strasse, der gerade aus der Kneipe getorkelt kommt, danach, was ich denn gesundes trinken könne. Der Deutsche Fernseh-Preis führt nur konsequent fort, was das deutsche Fernsehen seid Jahrzehnten vormacht. Gemeinschaftliche Volksverblödung. Gepriesen sei das Kino nebenan, das Internet, und die Leihvideothek um die Ecke! Was würde ich nur ohne euch machen.

Der Grund dafür ist einfach: Geld. Ich kann deshalb nicht den Preis und im Endeffekt auch nicht die Sender kritisieren. In einer Medienwelt, in der es kaum noch Konkurrenz gibt, da alle über kurz oder lang am selben Hahn eines Monopols hängen, braucht man sich doch nun wirklich nicht darüber wundern, dass das "regionale" Fernehen in Deutschland nicht so stark unter dem Druck des internationalen Niveaus steht. Im Gegensatz zu den Ländern in denen die Monopol-Zentralen der Sendergruppen sitzen (USA, z.B. Viacom etc.).

Was ich aber weiß, und viele meiner Kollegen mit mir, ist, dass man inzwischen mit sehr wenig Geld, einem guten Drehbuch, Engagement und ein zwei guten Schauspiel-Entdeckungen, die man zuvor liebevoll ausgesucht hat, kinogerechtes Abendprogramm inszenieren könnte. Aber das ist wie mit dem Preisdumping: Um Gottes Willen! Wenn einer damit anfängt! Dann müssen wir uns am Ende alle noch Mühe geben!

Nein, das geht nun wirklich nicht! Irgendwo auf der Welt muss es doch auch einen Ort geben, wo man bei eingestelltem Feststativ und fester Brennweite in Ruhe seinen Kaffee trinken kann und nach Tarif bezahlt in den Urlaub fahren kann! - Erinnert mich ein wenig an DDR VEB Landwirtschaft ...

Good Night and Good Luck

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Die Trophäe des Deutschen Fernsehpreises ist passend zum deutschen Fernsehen eine langweilige Boutiguewaren-ähnlich anheimelnde schnöde gläserne und kantige RASTAL Figur in der Ästhetik eines Briefbescherers im Hotelzimmer. Von 1999 bis 2014 wurde er in Kooperation von ARD, ZDF, RTL und Sat.1 für "herausragende" Leistungen im deutschen Fernsehen verliehen. Nach mangelndem Interesse wird die Verleihung nicht weiter fortgeführt. (EDIT: und nun wohl seit 2015 ohne AUsstrahlung fortgeführt).

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